Posts filed under 'Literatur'

Zahlzeichen

“Jedes Zeichen war eine Zahl. Für eins machst du ein Zeichen, für zwei ein anderes, für drei wieder ein anderes, und so weiter.” “Wozu?” “So konnten die Leute ohne Computer rechnen. Natürlich mußten sie wissen, was die verschiedenen Zeichen bedeuteten. Mr. Daugherty sagt, daß früher alle Kinder diese Zeichen lernen mußten. Sie wurden auf Papier gemalt, das nannte man ’schreiben’. Und das Entschlüsseln nannte man ‘lesen’. Er sagt, früher hätten die Leute ganze Bücher in solchen Zeichen geschrieben, und es gäbe noch welche im Museum, und wenn ich wollte, könnte ich sie mir ansehen. Ich habe schon alle Zahlen bis neun gelernt.”
(Isaac Asimov, Der Märchenerzähler, in: Schlaue Kisten machen Geschichten, hrsg. v. Ruth J. Kilchenmann, o.O. 1977, S. 217 -226, 223.)


Add comment 12. Dezember 2007

Moderne Gesellschaft?

Die 13 Thesen der modernen Gesellschaft

1.Wissen ist Macht
2.Technologie bestimmt das Leben
3.Qualität ist der zentrale Begriff der Wirtschaft
4.Dienstleistung ist die einzige Aufgabe des Staates
5.Bildung muss sich der Gesellschaft anpassen
6.Kapitalismus hat über Sozialismus gesiegt
7.Amerikanische Kultur regiert die Welt
8.Manager bereichern sich an der Gesellschaft
9.Wachstumsträume sorgen für Gegenbewegungen
10.Individualismus ist das Höchste
11.Alte Leute bilden die Gesellschaft von morgen
12.Frauen sind besser als Männer
13.Die Schweiz ist eine multikulturelle Gesellschaft

Konsequenz 1: Die Welt wird zum Marktplatz
Konsequenz 2: Alles ist überall jederzeit sofort immer in gleicher Qualität zu haben
Konsequenz 3: Nur nichts Langfristiges


Add comment 11. Dezember 2007

Harry Potter 7 Spoiler

Ja, es ist wahr.

Der ominöse Hacker “Gabriel” hat den 7. Band von Harry Potter im Voraus in die Finger bekommen und hat alles ausgeplaudert.

So zumindest die Bild-Zeitung und andere Quellen…

Wahr ist:

Harry Potter stirbt. Hermine stirbt auch. Ginny ebenso. Ron natürlich auch. Hagrid ebenfalls. Snape selbstredend auch. Auch Voldemort muss sterben. Ganz Hogwarts stirbt. Die Muggels sterben. Ja, jeder in den Büchern vorkommende Charakter stirbt. Denn jeder muss mal sterben. Auch Magier, Hexer, Klabautermänner, Drachen und Zwerge.

Ehrlich:

Alle Leben noch - außer dem DuWeißtSchonWer - denn alles sind ja nur fiktive erfundene - nicht echte - Gestalten. Fantasie. Kapische?

Spoiler Ende. ;-)

Und nun: Kaufen und Lesen:
Harry Potter and the Deathly Hallows (Harry Potter 7)
bzw.
Harry Potter 7 (Deutsche Ausgabe)

Und wer hier doch einen Spoiler erwartet hat, den muß ich auf folgende Links verweißen. Aber Achtung. Dort wird wirklich einiges an Spannung im Handumdrehen vernichtet:

SPOILER LINKS:
Gabriel plaudert über HP7, Zusammenfassung von HP7.


3 comments 19. Juli 2007

6912 Sprachen der Welt

Frage: Wieviele Sprachen gibt es wohl noch auf der Erde?
Antwort: 6912!

Frage:Welche Sprachen werden in Deutschland gesprochen?
Antwort: 29!

Solche Fragen beantwortet ethnologue.com

Hier eine Überischt über die Deutsche Sprache:

Deutsch wird auch gesprochen in:
Argentina, Australia, Austria, Belgium, Bolivia, Bosnia and Herzegovina, Brazil, Canada, Chile, Czech Republic, Denmark, Ecuador, Estonia, Finland, France, Hungary, Israel, Italy, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Liechtenstein, Luxembourg, Moldova, Namibia, Paraguay, Philippines, Poland, Puerto Rico, Romania, Russia (Europe), Slovakia, Slovenia, South Africa, Switzerland, Tajikistan, Ukraine, United Arab Emirates, Uruguay, USA, Uzbekistan.

Dialekte in Deutschland:
Bavarian, Schwäbisch, Allemannisch, Mainfränkisch, Hessisch, Palatinian, Rheinfränkisch, Westfälisch, Saxonian, Thuringian, Brandenburgisch, and Low Saxon.

Lexikalische Ähnlichkeit:
60% with English, 29% with French.

[...]

Laut der Seite gibt es in Deutschland diese 29 verschiedene Sprachen:

Einwohnerzahl: 82,424,609
Amtssprache: Deutsch
Bildungsgradrate: 99%
Adyghe (2,000),
Algerian Spoken Arabic (26,000),
Assyrian Neo-Aramaic,
Catalan-Valencian-Balear, Chaldean Neo-Aramaic (3,000),
Chechen, Croatian (652,000),
Dimli, Dutch (101,000),
English (110,000),
Greek (314,000),
Hausa, Hebrew, Hindi (24,500),
Italian (548,000),
Japanese (20,000),
Jutish, Kabuverdianu (3,000),
Kalmyk-Oirat, Kazakh, Kirmanjki, Korean (14,000),
Latvian (8,000),
Laz (1,000),
Moroccan Spoken Arabic (44,200),
Northern Kurdish (541,311),
Osetin, Portuguese (78,000),
Russian (360,000),
Spanish (134,000),
Tamil (35,000),
Tarifit, Tigrigna (15,000),
Tosk Albanian (25,000),
Tunisian Spoken Arabic (26,000),
Turkish (2,107,426),
Turkmen, Turoyo (20,000),
Urdu (23,000),
Uyghur, Vietnamese (60,000),
Western Farsi (90,000),
Uyghur, Vietnamese 60,000,
Chinese 40,000,
from Afghanistan 29,000.
Information mainly from M. Stephens 1976; B. Comrie 1987; S. Barbour and P. Stevenson 1990.
Blind population: 82,000 in western Germany, including 51,000 blind, 31,000 severely visually handicapped (1989 SB).
Deaf population: 50,000 to 8,000,000 (1986 Gallaudet University).
Deaf institutions: 141.


Add comment 8. Juli 2007

Wege

Wege

Aufgestanden, schon halb sieben?
Ins Bad gegangen, müsst ich lügen!
Tee gekocht und halb gewonnen.
Wach geworden, unverschwommen
liegt die Welt nun vor mir brach.
Steht nun die Sonne knapp am Himmel
und mir schwant, ich werde wach.

Eingestiegen ins Auto, den Bus genommen, Straßenbahn verpasst, U-Bahn weggefahren, zu Fuß auf dem Weg der Wege. Fahrrad losgekettet und bestiegen. Auf dem Weg, wohin frag ich mich? Dahin wo der Weg mich hinführt. Meistens dorthin, manchmal hierhin; doch dann wieder auf ganz anderen neuen Wegen.

Doch nun mal ganz langsam. Entschleunigung tut Not und ist das Mittel des Bruchteils der angebrochenen Sekunde.

Wer stand da auf, wenn nicht ich. Stell dir vor es wäre nicht ich sondern du gewesen. Stell dir vor du wärst ich, ständest Morgens auf und dein erster Gedanke wäre… Ja wäre was? Was wären meine ersten Gedanken, wäre ich nicht ich sondern du? Er wäre wohl anders, der erste Gedanke, als wenn ich ich selber wäre und denken würde…


Add comment 7. April 2007

WortWellenWahn

Wenn Fuchs du hast die Angst gestohlen, verbohrt den Köder modern lässt, dann feuert die Maus ein grüffelomäßiges Kartoffel Mäusefest und fast hat der Jäger sie da ganz verkohlt den Geiern zum letzten Mahl serviert. Doch probiert haben sollten sie, müssten sie ja schon fast, denn des Nachts wacht die letzte Wahnsinnsgracht vor den Türen auch deiner Stadt, wirft sich fest und seidig, gar geschmeidig in die Striemen, regelt ausgelaufenes und sonstiges zum Sühnen. Nächtigt still, gar leise, muckskatzen leise auf sonderbare, gar vertraute Weise im letzten Angesicht des Tosens, jagt fledermauskeck den letzten meschuggenen Nachhausewandler zu den Lotsen. Wirft sich in Schale, schallt gar tönern überirdisch vor sich hin. Mag nicht entkommen, hat ja eh weder Klang noch Kinn und somit nimmt es sich zur Keule, des Vaters hölzern Weltenklang, nimmt eilig auf die gar so grünen Gebeine und schmachtet alsbald und zu lang. Wo hat er sie, wer sieht sie nun? Wo ist sie jetzt, wo kriecht er herum? Wieso nimmt Wort und Ausdruck desselben, der Sinn war niemals noch von Welt, nimmt sich so leicht, schmeckt doch so fade und würzend ist’s gar Ungemach. Hat er es nicht, hast du es schon? Wo labt er froh, wo liegt das Lamm? Könnt freudig ich dies Liedchen schmettern, ich brächt gar fein die Nacht zur Welt.

 

 


Add comment 27. Februar 2007

Pfeiff nicht wenn du pisst!

Gerade stand ich außen, unter vor Regentropfen aufgefurchtem dunklem Nachthimmel, und rauchte eine Zigarette.

Da vibrierte das Handy.

“Eine SMS! Uiii!” dachte ich mir. Doch urplötzlich kam mir der Satz, den ich schon seit Jahren nicht mehr gehört, noch gedacht und auch niemals nicht mehr beherzigt hatte, in den Sinn.

Die SMS war egal. Nur noch der Satz geisterte durch meine Hirnwindungen.

Ich verharrte. Rauchte gemächlich die Zigarette zu Ende. Beachtete nicht mehr den Regen, noch den Himmel und auch nicht die gerade eingelaufene unbekannte SMS.

“Pfeiff nicht wenn du pisst!”, lautete der Satz.

Meines Wissens nach ist der atz von Hagbard Celine, ein Charakter aus der Illuminatus Trilogie von Robert Shea und Robert A. Wilson. Er könnte aber auch von Timothy Leary stammen. So ganz sicher kann ich das nicht mehr sagen.

Was soll nun dieser Satz bedeuten? “Pfeiff nicht, wenn du pisst!”

Nur so viel wie: Tu nicht eins und gleichzeitig ein zweites. Konzentriere dich auf eine Sache, aber auf diese Sache mit allen deinen Sinnen und Kräften. Sei nicht Multitaskingfähig und erledige dabei beide Aufgaben nur halbherzig. Sei ganz. Sei du selbst und nicht mal der da und mal  der dort. Sei bei dem was du tust, nicht schon bei etwas anderem. Nimm dir Zeit für das was du tust und tue das richtig.

Ob Hagbard Celine das alles in diesen Satz hineininterpretiert hat, weiß ich nicht mehr. Ich weiß ja nicht mal mehr ob der Satz von ihm stammt. Fakt ist aber, der Satz bedeutet genau das und noch viel mehr.

Also: Das nächste Mal wenn du pisst, pfeiff nicht dabei. Konzentrier dich lieber aufs pissen.

Oder weniger vulgär: Wenn du autofährst, telefonier nicht dabei. Wenn du telefonierst, koch nicht nebenher. Wenn du kochst, rauch nicht währenddessen. Wenn du rauchst, lies dabei keine Kurzmitteilungen auf deinem Handy.


1 comment 26. Februar 2007

Gottes Wille?

Es steht geschrieben, also ist es Gottes Wille?
Wieweit gelten die Gebote der Bibel heute noch? Ein pikanter Brief an die US-Radio-Moderatorin Laura Schlessinger.

Laura Schlessinger versteht sich als evangelikale Christin und gibt ihren Hörerinnen und Hörern per Rundfunk Ratschläge. Kürzlich verdammte sie Homosexualität, da diese nach dem dritten Buch Mose Gott ein Gräuel sei. Darauf erhielt sie von einem Hörer folgenden Brief, der auch im Internet kursiert:

Liebe Dr. Laura, vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen.
Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das 3. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 22, indem klargestellt wird, dass es sich dabei um Vergehen wider Gottes Gebot handelt.
Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze bei Mose und wie sie zu befolgen sind:
* Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (3. Buch Mose,1,9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?
* Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es im 2. Buch Mose, 21, 7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für so ein junges Ding?
* Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (3. Buch Mose 15,19-24). Doch: Wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert. Ich bin ganz ratlos.
* Das 3. Buch Mose stellt in Kapitel 25, Vers 44 fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde für uns Amerikaner nur auf Mexikaner zutreffen, nicht jedoch auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen? Sie gehören zu einer benachbarten Nation?
* Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Das 2. Buch Mose stellt im 35. Kapitel, Vers 2 deutlich fest, dass er getötet werden muss. Er hat sich gegen Gottes heiliges Gebot vergangen. Meine Frage: Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten? Oder kann das ein anderer tun?
* Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Gräuel darstellt (3. Buch Mose, 11,10), sei dies ein geringeres Gräuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?
* Im 3. Buch Mose, 21,20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich eine Lesebrille trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein, oder gibt es hier ein wenig Spielraum?
* Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Vers 27 im 19. Kapitel des 3. Mose-Buches verboten wird. Wie sollen sie sterben?
* Ich weiß aus dem 3. Buch Mose, Kapitel 11, Verse 16-18, dass das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?
* Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Vers 19 im 19. Kapitel des 3. Mose-Buchs, weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Meine Frage: Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (3. Buch Mose, 24, 10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen (3. Buch Mose, 20, 14)?
Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, dass Sie uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes Wort ewig und unabänderlich ist. Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan (gezeichnet: Jake).

(In: Publik-Forum H.1/2002, S.32)


3 comments 22. Februar 2007

Die Wette um Gott nach Pascal

»Wenn es keinen Gott gibt, ist unser Leben sinnlos und leer!«
Oder:
Die Wette - Nach Blaise Pascal (1623-1662)

A: Ob es Gott gibt oder nicht, kann man nicht sicher entscheiden. Stimmst du dem zu?
B: Ich stimme zu.
A: Also können wir die Frage auf sich beruhen lassen.
B: Nein, ich glaube trotzdem an Gott.
A. Aber kannst du an etwas glauben, was du nicht beweisen kannst? Ich glaube nämlich, dass es keinen Gott gibt.
B: Aber wie kannst du das glauben, wenn du es auch nicht beweisen kannst’?
A: So kommen wir nicht weiter. Ich habe ja gleich gesagt, dass man die Frage nicht entscheiden kann.
B: Ich bin einverstanden. Deshalb schlage ich dir ein anderes Verfahren vor. Wir wollen wetten.
A: Wieso wetten?
B: Nun, ein Spiel: aber ein Spiel mit Folgen, ein Spiel am Abgrund! - Ich wette, dass es einen Gott gibt.
A: Gut, ich wette also, dass es keinen Gott gibt! Und was bekomme ich, wenn ich gewinne?
B: Nichts!
A: Nichts?
B: Ja, wenn du nämlich gewinnst, hast du zwar Recht: Es gibt dann keinen Gott. Aber im Grunde hast du verloren! Und ich habe auch verloren. Wenn es keinen Gott gibt, ist unser Leben sinnlos und leer.
A: Und wenn du gewinnst?
B: Nun, dann habe ich doppelten Gewinn: Ich habe recht behalten: es gibt einen Gott! Damit gibt es zugleich Glück und Zukunft für den Menschen - auch für mich. Für dich aber auch. Du hast also mit mir gewonnen.
A: Das sehe ich ein. Aber wir sind noch nicht weitergekommen. Ob es Gott wirklich gibt, ist genauso ungewiss wie vorher.
B: Ja und nein. Es ist doch immerhin klar geworden, dass du dich entscheiden musst und dass die Ent-scheidung Folgen hat.
A: Und du meinst, deshalb schon sollte ich mich für den Glauben an Gott entscheiden?
B: Ja sicher. Bedenke doch: du musst zwischen zwei Antworten wählen, die sich ausschließen, die aber mit gleicher Wahrscheinlichkeit richtig sind. Eine Antwort hat gute Folgen, die andere schreckliche. Wie kannst du da noch zögern’?
A: Aber, wenn ich mich dabei irre?
B: Dann hast du nichts verloren. Du hast eine Illusion geglaubt, gewiss. Aber im anderen Fall hättest du das Nichts gewählt, das kann dich auch nicht glücklich machen.
A: Du meinst also, ich muss eigentlich an Gott glauben.
B: Nein, du musst nicht, Aber es ist deine einzige Chance.

(nach G. Neumüller, Konzepte 2)

“Pascal war wie Descartes ein genialer Mathe-matiker - er ist der Begründer der Wahr-scheinlichkeitsrechnung - und ein überzeugter Verfechter des cartesianischen mathematischen Erkenntnisideals der »Klarheit und Deutlich-keit«. Als kühler und scharfsinniger, durch die Schule des französischen Skeptizismus und Descartes’ gegangener Denker sah er die vom Standpunkt der Vernunft vorhandenen Wider-sprüche und Paradoxa in den christlichen Dogmen und formulierte sie in höchst zuge-spitzter Form. Auf der anderen Seite war Pas-cal eine tiefreligiöse, von einem übermächtigen Gefühl der Sündhaftigkeit und Nichtigkeit des Menschen durchdrungene Natur. Diese Seite seines Wesens und Denkens führte ihn zu der Erkenntnis, das rationale und mathematische Denken gerade die tiefsten Bedürfnisse unserer Menschennatur unbefriedigt lässt und die we-sentlichsten Fragen nicht beantworten kann. So glänzend und in sich geschlossen das Gebäude der Mathematik ist - was dem Menschen allein not tut, darüber kann sie nichts ermitteln. So wirft sich Pascal, der eben noch die Wider-sprüche in den Dogmen kritisierte, gleichsam mit einem entschlossenen Sprung doch ganz in eine Haltung frommer Askese und demütiger Ergebung in den göttlichen Willen und verficht gegen die Logik, von der er doch nicht lassen kann, die Sache des menschlichen Herzens, das seine eigene Logik hat.”
(Hans Joachim Störig, Kleine Weltgeschichte der Philosphie, Stuttgart, 1962, S.366)


Add comment 21. Februar 2007

Problemlösungen

Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”

Es gibt Weisheiten und Lösungsstrategien für Probleme. Im Berufsleben werden folgende Strategien doch leider viel zu oft verfolgt nach denen dann gehandelt wird:

Ein totes Pferd reiten?

Wir wechseln der Reiter.
Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr reiten können.”
Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
Wir sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten”.
Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
Wir schieben eine Trainingseinheit ein um besser reiten zu können.
Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt.
Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.

q.e.d.


Add comment 14. Januar 2007

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