Archive for Oktober, 2006

Video: Bagdad Sniper

Die Videos von Geiseln welche extremistische Iraker gekidnappt haben sind schon fast in Vergessenheit geraten. Auch die Köpfungsvideos und die menschenverachtenden Quälerfotos aus dem Abu-Ghuraib Gefängnis sind längst passé.

Eine weitere Steigerung, im negativen Sinne, ist nun in Form des „Bagdad Sniper Video“ erschienen.

Von der goldenen Regel – Behandle andere Menschen so, wie Du selbst behandelt werden willst! -, die in praktisch jeder Weltreligion zu den obersten Geboten zählt, scheinen alle beteiligten Parteien weitgehendst den größtmöglichen Abstand genommen zu haben.

Um kurz Küngs Weltethos-Gedanken zu zitieren:

  • Wir alle haben eine Verantwortung für eine bessere Weltordnung.
  • Jeder Mensch muß menschlich behandelt werden.
  • Vier unverrückbare Weisungen:
    1. Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben
    2. Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung
    3. Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit
    4. Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau

Die religiösen Grundüberzeugungen des Küng’schen Weltethos lauten somit:

  • Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen.
  • Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.
  • Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.

In diesem Sinne: at-Tawwāb sei uns allen gnädig.

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24. Oktober 2006 at 15:04 2 Kommentare

Video: Future Drama

Auf myvideo.de gibt es komplette Simpsons-Folgen.

Hier eine Folge, die echt heraussticht…

Die Simpsons – Future Drama – 20:50 min.

20. Oktober 2006 at 20:16 Hinterlasse einen Kommentar

Mitschriften von Vorlesungen

Ganz frisch überarbeitet: kein-plan.de/ewf

Mitschriften von Vorlesungen & Seminaren an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Nürnberg der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Fächer: Evangelische Religionspädagogik, Mathe, Kunst, Psychologie, Pädagogik, ….

Neu:

  • pro Vorlesung/Seminar wahlweise ein DOC oder PDF
  • neue Sortierung nach Fachgebieten
  • neue Referate
  • Kunst Lernzirkel
  • Geometrie Übungsaufgaben
  • neue Links

Alles hier zu finden: kein-plan.de/ewf

20. Oktober 2006 at 18:53 Hinterlasse einen Kommentar

Video: Ich lieb dich nicht

Da, Da, Da,
Ich lieb dich nicht, Du liebst mich nicht…
Die „Back Dormitory Boys“ geben alles…

…und etz samma endlich färtig…

19. Oktober 2006 at 6:40 Hinterlasse einen Kommentar

Kackbratze Live in NBG

Kurt Krömer kommt nach Nürnberg!

WO: 90480 Nürnberg, Löwensaal, Am Tiergarten 8
WANN: So, 29.10.2006, 20:00 Uhr
TICKETS: ca. 22 € – Ticket online kaufen oder Ticket-Hotline: 0911 – 414 196
WAS: „Na Du alte Kackbratze!“
KURZ: Er erzählt keine Witze, er ist der Witz.

Eine kleine Kostprobe:

Und weil der Witz so schön ist, nochmal zum lesen:

Klopft eine kleine Schnecke an die Tür. Ein Mann macht auf und die kleine Schnecke fragt: „Kann ich mal bitte auf’s Klo?“ Erzürnt wirft der Mann die Schnecke aus dem Fenster des zweiten Stocks seiner Wohnung in den Garten.
2 Jahre später.
Es klopft wieder an der Tür. Der Mann macht auf und da ist wieder die kleine Schnecke die vor Wut schreit: „Was war denn das eben?“

Tipp: In der erste Reihe sieht man besser… ;-)

15. Oktober 2006 at 21:21 Hinterlasse einen Kommentar

Video: Furzstones

Ich könnte jetzt etwas über die[\]azi-De[\/]o, die heute in Nürnberg statt fand und die Fürther Straße zwischen Maximilianstraße und Opernhaus komplett blockierte, schreiben und darüber hinaus etwas über Verharmlosung und Realitätsverweigerung und noch „schöne“ Bilder dazu posten. Aber das mach ich aus den verschiedensten Gründen nicht.

Dafür gibt es eine korrekte Marschblasung:

peace und einen sonnigen Samstag noch…

p.s. Presse dazu…

14. Oktober 2006 at 14:56 Hinterlasse einen Kommentar

Niveus 2060

„Niveus 2060“ von Florian Ermann
Thorsten klatschte in seine Hände und rieb sie dann schnell aneinander. „Ach Mareike,“ sagte Thorsten freudig, „erzähl mir doch bitte die Geschichte von der Schneeflocke. Die, die du mir immer vor Weihnachten erzählst! Ach bitte!“
Thorsten wurde ganz unruhig und zappelig, da Mareike nicht gleich zu erzählen begann. Er liebte Märchen aus längst vergangen Zeiten. Auch wenn er die Geschichte schon auswendig kannte, brannte er doch darauf sie wieder zu hören.
Mareike erzählte: „Vor langer Zeit hatte ein Bauer drei Söhne. Der älteste Sohn war stark und sollte später einmal den Hof erben. Der mittlere Sohn war klug und sollte ins Kloster gehen. Der jüngste Sohn wurde von allen schikaniert und musste mehr und härter arbeiten als seine beiden Brüder zusammen. Und doch konnte er dem Vater nie etwas recht machen.
Eines Tages kam ein Wandersmann durchs Dorf und suchte eine Übernachtungsmöglichkeit für die Nacht. Der jüngste Sohn des Bauers musste seinen Schlafplatz im Stall räumen um dem Wanderer Platz zu machen. So legte sich der Junge also in einen Trog im Stall und versuchte zu schlafen.
Mitten in der Nacht wachte der jüngste Sohn durch ein Geräusch auf. Er lugte über den Trogrand und erstarrte. Der Wanderer saß im Schneidersitz mit dem Rücken zu ihm im Heu und glühte. Nicht er selbst glühte sondern er schien etwas in den Händen zu halten was diesen weißen Schein ausstrahlte und seine Umrisse leuchten lies. Der Junge wollte sich das näher ansehen und schlich sich leise an.
Da ertönte die Stimme des Wanderers: ‚Hab keine Angst! Komm zu mir her ans Licht.‘ Verstohlen näherte sich der Junge und sah was der Mann in seinen Händen hielt. Eine Kugel aus reinstem Glas wie er es klar und durchsichtiger noch nie gesehen hatte. Darin schwebte ein Licht, gleißend weiß wie der Abendstern und hell wie die Sonne. ‚Dies ist der erste Schnee‘ sagte der Mann, der nun plötzlich viel älter wirkte als der Junge ihn vom Abend in Erinnerung hatte. ‚Ich setze jeden Winter den ersten Schnee auf der Welt frei.‘
Der Junge war starr vor erstaunen. ‚Möchtest du den ersten Schnee des Jahres auf die Welt bringen, Junge?‘ fragte der alte Mann den jüngsten Bauernsohn. Der Junge nickte nur ehrfurchtsvoll. ‚Hier, reib mit deinen Händen über die Glaskugel.‘ Der Junge nahm die Glaskugel und rieb über die kalte Oberfläche. Nach wenigen Sekunden wurde das Glas warm und im inneren konnte er nun erkennen was so hell leuchtete. Es war eine einzelne Schneeflocke die im Zentrum der Glaskugel schwebte. Sobald der Junge die Schneeflocke erkannt hatte, wurden ihm gewahr, dass der alte Mann nicht mehr zugegen war.
Der Junge trat vor den Stall um nach dem Mann zu sehen. Der Hof war mit einer handbreit hohen Schneedecke überzogen. Alles war unter weißem Schnee, der im Mondlicht kristallen glänzte, versunken. Vom Stalleingang gingen Fußspuren, wohl die des alten Mannes, weg und verliefen sich im Schnee als ob die Person plötzlich in die Luft gestiegen wäre.
Der Junge nahm sich seinen Umhang, steckte die Glaskugel in seine Tasche und verlies für immer sein Zuhause um alljährlich der Welt den ersten Schnee zu bringen.
Seine Familie hörte nie wieder von ihm. Jedes Jahr, in der Nacht wo der erste Schnee fiel, kam ein fremder Wandersmann zu dem Bauern um eine Stelle zum Schlafen zu erbeten. Doch der Bauer glaubte, dass der Wandersmann damals seinen kleinsten Sohn mitgenommen hätte und gewährte deswegen niemanden mehr in seinem Stall Herberge.“
Thorsten war bei den letzten Worten der Geschichte mit einem traurigen Lächeln auf dem Gesicht eingeschlafen und Mareike deckte ihn zu und löschte das Licht.
Thorsten ist in einem so genannten Lebenstank fixiert. Alle Körperöffnungen sind mit Schläuchen verbunden. Er erhält intravenöse Nahrung und bekommt Luft durch einen Schlauch während er untergetaucht in einer Flüssigkeit, beinahe schwerelos, schwebt. Seine Augen haben nie das Tageslicht gesehen. Sein Schädel liegt offen und ist über ein Interface mit einem Glasfaserdatenkabel verbunden. Thorsten weiß nichts von alle dem.
In der Überwachungszentrale von Kontinent Nr. 3 hat Baltasar Dienst. Er sitzt gelangweilt vor den Kontrollmonitoren und beobachtet die Sensorik des Milliarden-Einwohner-Tanks.
Mareike ist nicht echt. Sie existiert gar nicht. Thorsten ist alleine. Doch er weiß nichts von seiner Lage. Er denkt er sei Thorsten und seine Mutter Mareike habe ihm gerade eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt.
Baltasar ist echt. Baltasar ist alleine. Baltasar ist sich seiner Situation bewusst. Er weiß nicht was die Menschen in den Tanks denken oder fühlen. Er ist nur für den Notfall hier. Falls ein Rotes Licht aufleuchtet muss er es drücken bis es wieder grün wird.
Baltasar denkt: „Ach würde doch noch einmal Schnee fallen.
Die Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Leider werde ich diese heilende Kraft der Zeit nicht mehr erleben. Zu lange ist die Zeitspanne, die vergehen wird, bis es wieder schneit auf Erden.
Der letzte Schnee, also Wasser in nicht flüssigen oder gasförmigen Zustand, fiel wohl Anfang des Jahres 2048. Weltweit gab es schon seit Jahrzehnten weder schneebedeckte Bergspitzen, noch Gletscher mehr. Doch es schneite noch. Ab und an. Saurer Schnee der nicht liegen blieb und von Verunreinigungen grauschwarz war, aber es schneite doch zumindest. Angeblich.
Das Jahr 2048 liegt nun auch schon über ein Jahrzehnt zurück. Oder hinter dem was davon noch übrig geblieben ist. ‚Die Erde ist auch nicht mehr das was sie mal war.‘ Oder: ‚Früher war alles besser‘ – Bei solchen Floskeln kommen mir nun immer die Tränen. Wie konnte es soweit kommen? Warum haben wir nicht früher etwas gegen die, durch uns Menschheit verursachte, Umweltzerstörung getan? Konnten nicht schon unsere Väter und Mütter erahnen wohin das alles führen würde? Und nun leben alle in Tanks. Leben? Überleben?
Doch langsam, ganz langsam dreht sich mir der Magen um wenn ich an die Zeit in meiner Jugend zurück denke. Wie war das als man ohne Strahlenschutzkleidung auf der Erde laufen konnte? Ohne Sauerstofftanks atmen konnte? In Häusern mit Fenstern wohnte, mit blick auf das Land, den Himmel, die Welt? Man sich von Sachen ernährte die nicht aus Tuben kamen oder mit Wasser angerührte Pulverchen bestanden.
Damals. Damals war alles anders. Ich kannte das nur aus Erzählungen. ‚Alles ist dann weiß und wie von einer Decke verhüllt. Geräusche klingen anders. Es ist still und der Schnee ist eiskalt.‘ Manchmal höre ich das noch, wenn es wieder auf das Ende des Jahres zugeht. Ob die Menschen in den Tanks gerade Weihnachten feiern? Ob es dort schneit?
Eigentlich spielt der Kalender keine Rolle mehr. Jahreszeiten sind eh nicht mehr existent. Doch man will ja wissen wo man steht. Was war, ist, was sein wird. Wo man herkommt, wo man steht und wo man hingeht. Was man tat, tut und tun wird. Den Menschen in den Tanks kann das egal sein. Warum hab ich mich für die Wartung und das bewusste Leben entschieden? Warum wollte ich nicht im Tank glücklich sein? Sind sie glücklich? Scheint es dort?
Es ist Dezember. Und es schneit nicht.
Wenn sie mich jetzt fragen würden, was ich mir zu Weihnachten wünsche, würde ich sagen: ‚Schnee! Bitte schenkt der Welt Schnee.‘
Damit die Wunden die nicht mehr geheilt werden können doch zumindest verhüllt sind.“
Baltasar ist alleine und er weiß es.

aus dem Buch: „Das sind wir“

10. Oktober 2006 at 22:04 Hinterlasse einen Kommentar

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